Markus Lewitzki
CDO der Stadt Krefeld
Teamleiter Smart City
markus.lewitzki@krefeld.de
Tel. 02151 86-1085
Digitalisierung & Innovation
06.04.2023
Smart Secure City: Telenotarzt Niederrhein rettet Leben.
Krefeld als Pilotanwender: Eine Smart City schützt das Leben ihrer Einwohnerinnen und Einwohner, sie schafft objektive wie subjektive, also gefühlte, Sicherheit. Mit modernen Technologien kann das noch besser gelingen. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von Videotechnik, um die Expertise dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird, selbst wenn das physisch nicht (schnell genug) möglich ist. So legt Leitlinie drei der Smart City-Strategie fest: "Die Sicherheit unserer Bürger:innen steht an erster Stelle, sowohl im öffentlichen als auch im digitalen Raum". Aus dieser Sicht ist es sehr begrüßenswert, dass moderne Informations- und Kommunikationstechnologien auch im Krefelder Rettungsdienst immer mehr in den Einsatz kommen.
Landes-Gesundheitsministerium NRW genehmigt gemeinsame Planung
Die Kreise Kleve, Viersen und Wesel sowie die Städte Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach streben eine gemeinsame Trägergemeinschaft „Telenotarzt Niederrhein" an. Das Landes-Gesundheitsministerium NRW hat nun grünes Licht gegeben: Die Kommunen dürfen die Planung konkretisieren. Der Telenotarzt ist ein System, bei dem das bestehende Netz notärztlicher Versorgung um ein digitales Angebot ergänzt wird. Hierbei handelt es sich um das führende Projekt in der Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen des Landes NRW. Ziel ist, die schnellstmögliche Betreuung der Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern. In einer Telenotarzt-Region kann der Rettungsdienst bei einem Einsatz jederzeit digital einen erfahrenen Notarzt in einer Leitstelle konsultieren. Dieser integrierte Ansatz soll landesweit durch den Einsatz modernster Informations- und Kommunikationstechnologien im Rettungsdienst erreicht werden und verspricht eine Verbesserung der präklinischen Patientenversorgung bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.
„Mit dem Startschuss für das Projekt Telenotarzt Niederrhein ist der richtige Weg eingeschlagen. Der Telenotarzt ist ein zukunftsweisendes System, das die medizinische Versorgung für Patientinnen und Patienten mit weiteren, modernen technischen Maßnahmen sicherstellt und damit auch die digitalen Möglichkeiten zur Verbesserung der Notfallversorgung nutzt. Den angedachten flächendeckenden Ausbau in NRW kann ich nur begrüßen", sagt Krefelds zuständige Beigeordnete Cigdem Bern.

Unterstützung per Sprach- und Videokontakt
So funktioniert der Telenotarzt: Die Rettungskräfte im Einsatz nehmen Kontakt zur Leitstelle auf. Dort erhält der Telenotarzt die Vitaldaten der Patientin oder des Patienten per Echtzeit-Übertragung. Seine Aufgabe ist es, die Einsatzkräfte vor Ort mit Sprach- oder Videokontakt zu unterstützen und anzuleiten.
Die geplante Telenotarzt-Region Niederrhein umfasst mehr als zwei Millionen Einwohner. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sechs Kommunen arbeiten nun an der konkreten Ausarbeitung einer gemeinsamen öffentlich- rechtlichen Vereinbarung. Dabei geht es um eine Vielzahl derzeit noch offener Fragen, beispielsweise um die Themen Einsatzbereiche, Standorte, Qualifikationen, Übertragungstechnik, Kosten, Haftung, Laufzeit und Inkrafttreten sowie Kündigungsfrist. Die sechs Partner streben an, die öffentlich-rechtliche Vereinbarung noch in diesem Jahr abzuschließen. Das Aachener Institut für Rettungsmedizin & zivile Sicherheit (ARS) begleitet sie bei der Umsetzung.
Das Land Nordrhein-Westfalen ist bundesweit Vorreiter bei der telenotfallmedizinischen Versorgung. Bereits seit 2014 gibt es in der Stadt Aachen die landesweit einzige Telenotarztzentrale im Regelbetrieb. Derzeit wird das Telenotarztsystem auch in weiteren Regionen aufgebaut. Der Umsetzungs- und Abstimmungsprozess wird in allen Fällen noch mehrere Jahre erfordern. Alleine die aufwändige Technikumrüstung in den Rettungsmitteln und in den Leitstellen wird für alle beteiligten Träger des Rettungsdienstes eine große Herausforderung darstellen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2025 das Telenotarzt-System landesweit auszubauen. Dazu hat das Land NRW eine Steuerungsgruppe eingerichtet.
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